Doch obwohl man in einer kapitalistischen Gesellschaft nichts als die jämmerliche Rolle eines bürgerlichen Subjekts zugeteilt bekommt, das sich in der Konkurrenz behaupten darf und soll, ist die Ideologie weit verbreitet, dem Staat […] genau dafür zu danken, also die herrschaftliche Einrichtung der Gesellschaft als Angebot zu sehen. Damit liegt der Gedanke nah, Dankbarkeit zu zeigen, indem man sich auch noch für umsonst ausbeuten lässt, und damit nicht nur ein Bürger, sondern auch noch ein “guter”, oder in den Worten Cohn-Bendits und Becks, ein “tätiger” Bürger ist. […]
Eine derartige Teilnahme an dieser Gesellschaft mit einer entsprechend begeisterten Haltung bedeutet aber nichts anderes als Verdummung und Selbstaufgabe. Beides ist weit verbreitet, weswegen in den gängigen ideologischen Verarbeitungen der Verhältnisse nichts prinzipiell dem Bewusstsein entgegen steht, welches sich Cohn-Bendit, Beck und Konsorten wünschen. Das Manifest endet mit dem Wunsch, “Europa mit Leben und Lachen zu füllen”. Bei diesen Aussichten könnte man heulen.
Eine derartige Teilnahme an dieser Gesellschaft mit einer entsprechend begeisterten Haltung bedeutet aber nichts anderes als Verdummung und Selbstaufgabe. Beides ist weit verbreitet, weswegen in den gängigen ideologischen Verarbeitungen der Verhältnisse nichts prinzipiell dem Bewusstsein entgegen steht, welches sich Cohn-Bendit, Beck und Konsorten wünschen. Das Manifest endet mit dem Wunsch, “Europa mit Leben und Lachen zu füllen”. Bei diesen Aussichten könnte man heulen.
Ilka Schröder über das “Manifest zur Neugründung der EU von unten”, in: Jungle World Nr. 20, 16. Mai 2012
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